Dr. Rente Anwaltskanzlei
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Abwicklung von Pflichtteilsansprüchen

Sind Pflichttteilsberechtigte vorhanden, so haben sie einen Auskunftsanspruch an den Erben. Wenn Beispielsweise im Testament bestimmt ist, dass der Ehepartner oder eines der Kinder des Erblassers enterbt werden, dann kann sich bei dem beim Erben melden und Aukunft über den Bestand des Nachlasses einfordern, und die Mindestbeteiligung am Nachlass in Form des Pflichtteils geltend machen. Ist ein Testament hinterlegt, so wird es durch das Nachlassgericht eröffent. Insoweit kann der Erbe kann davon ausgehen, dass das ein Enterbter mit der Testamentseröffnung von der Enterbung erfährt. Zwar wird der Enterbte im Rahmen der Testamentseröffnung vom Nachlassgericht regelmäßig darüber informiert, dass ihm gegebenenfalls ein Pflichtteilsanspruch zusteht.

Der Pflichtteilsberechtigte muss in dieser Situation seine Ansprüche an den Erben richten, der er nicht verpflichtet ist, auf den Pflichtteilsberechtigten zuzugehen, beispielsweise um ein Klärung des Pflichtteilanspruchs herbeizuführen.

Ein Pflichtteilsanspruch wird in der Regel abgewickelt, in dem der Pflichtteilsberechtigte Auskunft des Erben über den Bestand des Nachlasses erteilt, und der Pflichteilsanspruch berechnet und ausgezahlt wird.

Die Dr. Rente Anwaltskanzlei bietet die erbrechtliche Beratung, Abwicklung von Pflichtteilsansprüchen und Erbengemeinschaften an.

Wie sieht die Rollenverteilung aus?

Erblasser können Ihren Nachlass durch Testament grundsätzlich frei verteilen. Verbreitete besondere Formen sind z.B. Berliner Testament (auch Ehegattentestament, gemeinschaftliches Testament) oder das Unternehmertestament (hier bietet sich oft auch eine gesellschaftsrechtliche Nachfolgegestaltung an).

Ein Testament wird grundsätzlich durch eine handschriftliche Erklärung erstellt, kann aber auch vor einem Notar errichtet werden, oft im Zusammenhang mit der Beurkundung eines Ehevertrages. Grundsätzlich kann dabei kann ein nachfolgendes Testament ein vorausgehendes Testament ändern, anders als bei einem Erbvertrag, und beispielsweise für über Gegenstände Regelungen treffen (z.B. Vermächtnis). Der Erblasser kann dabei nahe Angehörige oder Ehepartner in seinerm Testament zu enterben (z.B."Hiermit enterbe ich ..."), oder bspw. sog. Pflichtteilsstrafklauseln vorsehen, zum Beispiel: „Sollte eines unserer Kinder nach dem Tode des Erstversterbenden von uns einen Pflichtteilsanspruch gegen den Längstlebenden geltend machen, soll es auch nach dem Tode des Längstlebenden von uns nur den Pflichtteil erhalten.", um einen gesetzlichen Erben davon abzuhalten, seinen Pflichtteil geltend zu machen.

Enterbte Pflichtteilsberechtigte gehen aber nicht automatisch "leer aus". Sie haben unter Umständen einen Pflichtteilsanspruch, in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Grundsätzlich gilt:

  • Der Pflichtteilsanspruch steht den Angehörigen in direkter Linie (Kinder, danach den Eltern, danach den Großeltern) und dem Ehegatten zu.
  • Ein Pflichtteilsanspruch entsteht, wenn eine pflichtteilsberechtigte Person enterbt wurde.
  • Der Pflichtteilsanspruch richtet sich auf eine Geldzahlung. Die Höhe des Pflichtteils beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
  • Pflichtteilsansprüche verjähren in der Regel nach drei Jahren, spätestens jedoch nach 30 Jahren.


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